2013: Hagnau

Dieses Jahr wollte ich auch mal meinen Urlaub wieder in Deutschland verbringen. Dazu hat sich diesmal die schöne Bodenseeregion angeboten. Das kleine Familienhotel Freisicht in Hagnau hatte ich bereits vorher gebucht, was sich im Nachhinein als wirklicher Glücksgriff herausgestellt hat. Das Hotel liegt inmitten von Weinbergen und vom gebuchten Zimmer hatte man ein wunderschönen Ausblick auf den Bodensee. Das Hotel vertreibt auch selber produzierten Wein, verschiedene Brände, Apfelsaft und frische Äpfel zu unschlagbar günstigen Direkterzeugerpreisen.

Am Sonntag den 18. August ging es dann mit dem Auto einmal rund um den Bodensee zur Insel Mainau. Ich habe keine Fähre genommen, da ich die Schifffahrt nicht so gut vertrage und die Kosten dafür auch nicht wesentlich billiger gewesen wären, als mit dem Auto direkt dahin zu fahren. Um ca. 10 Uhr dort angekommen waren noch ausreichend Parkplätze vorhanden und für den ganzen Tag belaufen sich die Parkgebühren auf nur 4 EUR. Wenn man die Insel verlässt, dann muss man sich für diese 4 EUR am Kassenhäuschen eine Parkmarke kaufen, mit der man dann schließlich den Parkplatz verlassen kann.
Das Wetter an diesem Tag war ausgesprochen gut und dauerhaft sonnig. Die Insel war nach Durchschreiten des Eingangsbereiches über einen großen „Steg“ zu erreichen. Eintrittstickets können bereits im Voraus im Internet gekauft und ausgedruckt werden, so dass man sich nicht in die Warteschlangen an den Kassen einreihen muss. Wie es Einer vielleicht schon aus diversen Medien kennen mag, ist die Pflanzen- und Blumenpracht wirklich überwältigend und außerordentlich gut gepflegt. An manchen Standorten kann der Besucher sogar den Mainau-Gärtnern alle möglichen Fragen stellen.
Das Schloss, welches auch von der gräflichen Familie Bernadotte bewohnt wird, ist im Inneren nicht zu besichtigen, nur ein paar Räume, wo sich lokale Ausstellungen befinden oder die Schlosskapelle. Ein Highlight ist das Schmetterlingshaus in dem unzählige Arten von Schmetterlingen beherbergt sind und diese sich dort frei bewegen können, genauso wie der Besucher auch. Es gibt hier kleine Schmetterlinge, so wie in Deutschland vielleicht üblich und auch ganz große Exemplare, die teilweise so groß sind wie zwei Hände.
Eigentlich hatte ich vor in der Schwedenschänke Mittag zu essen, aber als ich dort angekommen war, habe ich mich dagegen entschieden. Erstmal war diese zur Mittagszeit total überlaufen, dann stimmt meiner Meinung nach nicht das Preis- / Leistungsverhältnis (für die hohen Preise ist zu wenig auf dem Teller) und dann konnte man nur bis maximal 14 Uhr zu Mittag essen und dann erst wieder Abends ab ca. 18 Uhr. Daraufhin schob ich mir eine Bratwurst mit Fritten im gegenüberliegenden Würstle Grill hinein.
In der Nachmittagszeit ging es dann noch zum Palmenhaus durch das auch das Schlosscafé erreicht werden kann. Hier lässt sich gut entspannen bei hervorragenden Kuchen und Torten mit einer riesigen Auswahl an Kaffee-, Tee- und Kakaovariationen.
Gegen 17 Uhr ging es dann wieder mit dem Auto auf die ca. 1-stündige Rückfahrt zum Hotel, wo man den Tag im Sonnenschein auf dem Balkon ausklingen lassen konnte.

Insel Mainau

Montag ging es dann wieder einmal rund um den Bodensee zur Insel Reichenau. Das Wetter an diesem Tage war nicht ganz beständig, so dass sich Regen und Sonne abgewechselt haben. Der erste Anlaufpunkt auf Reichenau war das Münster St. Maria und Markus. Parken kann man in ca. 300m Entfernung an den Parkbuchten direkt an der Hauptstrasse mit Parkscheibe. Auf keinen Fall einen Schritt weiterfahren und den ausgeschilderten Parkplatz nehmen, dieser ist nämlich kostenpflichtig. Diese katholische Kirche ist schon sehenswert und die dort befindliche Schatzkammer ist nur zu bestimmten Zeiten des Tages für die Öffentlichkeit zugänglich. Der Eintritt in die Kirche ist frei, aber wer die Schatzkammer besichtigen will, der muss 2 EUR berappen.
Nächstes Ziel sollte dann die Kirche St. Georg sein. Diese Kirche ist im Zeitraum von Mai bis September geschlossen, kann aber an zwei fixen Terminen täglich mit einer Führung besichtigt werden. Prinzipiell muss man auch hier für die Führung nichts bezahlen, sondern man wurde von der Führerin gebeten, nach Abschluss Geld in ein Körbchen zu legen, so viel wie man meinte zu geben. Die Kirche ist klein und übersichtlich, die Wandgemälde aber äußerst interessant. Diese sind schon sehr verblasst, was an den Umwelteinflüssen liegt.

Da sich jetzt so langsam der Magen bemerkbar machte und dieser somit nach Essen „schrie“, war In kurzer Laufdistanz das Restaurant „Zum Gnadensee“ eine willkommene Einkehr. Reichlich Kraft konnte bei einer Flädlesuppe und anschließendem Rahmgeschnezeltem mit hausgemachten Spätzle geschöpft werden. Zu dem Zeitpunkt hatte man auch wieder Glück, da gerade im Restaurant angekommen, ein Gewitter über Reichenau gezogen ist. Danach wieder bestes Wetter.
Gut gestärkt ging es dann noch in den nord-westlichen Zipfel der Insel zur Kirche St. Peter und Paul, der ich somit auch noch einen kurzen Besichtigungstermin gewidmet hatte.

St Georg Kirche

Eigentlich wollte ich über den Tag verteilt einen schönen, gemütlichen Rundgang über die Insel machen. Aber weil das Wetter doch nicht so besonders war, entschied ich mich spontan dazu das Welterbe „Pfahlbaumuseum“ in Unteruhldingen noch zu besuchen. Eine Parkmöglichkeit gibt es mit ausreichend viel Parkplätzen, diese sind aber ca. 600m entfernt vom Museum. Wenn man nur das Pfahlbaumuseum besuchen will, dann sollte man sich schon ein Parkticket von mindestens 3 Stunden ziehen. Ich habe nur zwei Stunden gelöst, bin aber auch erst nach gut 3 Stunden wieder am Parkplatz angekommen und zum Glück keinen Strafzettel gehabt. Das Museum liegt direkt am bzw. sogar im Bodensee.
Der Eintritt kostet mit einer örtlichen Kurkarte 7,50 EUR ansonsten 8 EUR. Der Besuch beginnt im neu gebauten Archaeorama. Hier wird man audiovisuell in die Geschichte der Pfahlbauten eingeführt. Nachdem man den letzten wirklich imposanten Raum verlassen hat, gelangt man direkt zu den miteinander verbundenen Pfahlbauten. Es folgt eine kurze Sicherheitseinweisung eines Angestellten und anschließend kann man sich frei bewegen und alles besichtigen was man möchte. In verschiedenen Pfahlbauhäusern stehen auch Führer in traditioneller Kleidung allen möglichen Fragen der Besucher zur Verfügung. Auf dem Rückweg zum Parkplatz habe ich mir noch ein schönes, selbst gemachtes Eis im Eiscafe „Il Pavillone“ (direkt gegenüber dem Eingang zum Pfahlbaumuseum) gegönnt und bin am Abend wieder im Hotel eingetroffen.

Pfahlbaumuseum

Am Morgen meines letzten Urlaubstages am Bodensee ging es diesmal nicht so weit entfernt weg sondern zum Kloster & Schloss Salem. Dieses liegt nur ca. 20 Autominuten von meinem Hotel in Hagnau entfernt. Dort gibt es sehr nah dran ein paar wenige kostenlose Parkplätze, von denen ich auch einen ergattern konnte, oder man muss ein bisschen weiterfahren und somit länger zum Schloss gehen. Der Zutritt wird einem mit einem Eintritt von 7 EUR gewährt. Damit kann der Besucher aber nur die Außenbereiche und das Münster selbständig erkunden. Ich habe aber die große Führung für 12,50 EUR gebucht, in dem uns eine sehr nette, ortsansässige Führerin in verschiedene Bereiche der Kloster- und Schlossanlagen geführt hat.
Auf dem Gelände befinden sich auch verschiedene Kunsthandwerker, von denen ich die Glasbläserei Schräpler noch besucht habe. Hier werden einem sehr viel Eigenkreationen aus Glas geboten und ich konnte einem wirklich gut gemachtem Elefanten nicht widerstehen, welchen ich unverzüglich haben musste. Es gibt hier auch eine fantastische Bauernhof-Eis-Diele, die über 40 selbst gemachte Eissorten anbietet – einfach ein Muss für jeden Besucher.

Kloster und Schloss Salem

Der Nachmittag sollte dann noch verschiedenen Attraktionen in Meersburg gehören. Vorab hatte ich mir schon einen zentralen Parkplatz ausgesucht, welcher sich an der Unteruhldinger Strasse, direkt gegenüber dem Fähranleger, befindet. Dort angekommen habe ich aber das förmliche „Kotzen“ bekommen. Der Parkplatz und auch die angegliederte Tiefgarage waren brechend voll. Ich bin dann, so wie viele andere Autofahrer auch, immer wieder auf dem Parkplatz langsam im Kreis gefahren, nur um einen möglich frei werdenden Parkplatz zu ergattern. Entnervt habe ich dann fast eine Stunde später den Parkplatz verlassen, da immer noch nichts frei geworden war, in Richtung eines wesentlich weiter von der Stadtmitte entfernten Parkplatzes in der Schützenstrasse. Hier konnte ich auch gerade so noch einen freien Parkplatz erobern.
Meine persönliche Anmerkung: die Stadt Meersburg sollte auf kurzfristiger Sicht etwas an ihrem Parkplatzangebot ändern.
Aufgrund der verplemperten Zeit mit der Parkplatzsuche ging es zuerst in die Innenstadt und dort zu einem späten Mittagessen. Nach ausreichender Stärkung besuchte ich noch die „Alte Burg“. In dieser können realistisch, historisch eingerichtete Räume in einem Selbstrundgang bestaunt werden. Da die Zeit nach dem Besuch schon vorangeschritten war, konnte ich leider nicht mehr das Neue Schloss, welches in kurzer Distanz angesiedelt ist, besichtigen.

Alte Burg Meersburg

Am Mittwoch den 21. August ging es dann wieder in aller Ruhe mit dem Auto in Richtung Heimat, wo ich gegen 17 Uhr wieder eingetroffen bin. Als Fazit kann gezogen werden, dass die Bodenseeregion wirklich schön und erholsam ist und auf jeden Fall einen Besuch wert.

FOTOALBEN:
- Insel Mainau
- Insel Reichenau
- Kloster & Schloss Salem
- Pfahlbautenmuseum
- Alte Burg Meersburg