2010: Limerick

Früh morgens am Freitag den 6. August ging es auf den Weg nach Irland, zu meinem diesjährigem Sommerurlaub. Erst mit der Bahn zum Flughafen in Düsseldorf und dann mit einem Flieger von Aer Lingus nach Dublin. Planmäßig sollte der Abflug um 10:30 Uhr sein. Das Flugzeug hob aber mit ca. 40 Minuten Verspätung ab, da der Flughafenbetreiber eine ganze Weile gebraucht hat, die Passagiere mit Bussen zum Flugzeug zu transportieren (zwei Fahrten waren nötig). Gegen 12 Uhr Ortszeit war dann die Landung in Dublin und ich konnte in der Ankunftshalle die Formalitäten zur Übernahme meines vorausgebuchten (über den ADAC) Mietwagens erledigen.
Es hat aber eine Ewigkeit gedauert bis ein Shuttlebus des Mietwagenbetreibers am Terminal war und einem zum nahegelegenen Mietwagengelände gefahren hat. Dort angekommen ging alles ganz fix, Papiere unterschreiben, Schlüssel übernehmen und rein in den Wagen. Vorher sollte aber noch ein Rundumblick um das Auto gemacht werden, ob auch alles in Ordnung ist. Ich habe mir extra ein Auto mit Automatikschaltung gemietet, um nicht bei einem Rechtslenker noch mit der Gangschaltung zu hadern. Anschließend ging es noch auf die gut zweieinhalbstündige Autofahrt zu meinem Hotel in Limerick. Von zu Hause habe ich mir noch ein Navigationssystem mitgenommen, um auch meine geplanten Ziele in Irland zu erreichen. Kann aber schon als Tipp mitgeben, verlasst euch nicht blind darauf, sondern schaut auch mal auf die Schilder und Wegweiser.
Das von mir im Voraus gebuchte Absolute Hotel & Spa in Limerick erreichte ich so gegen 16 Uhr. Gebucht hatte ich über die zentrale Plattform von HRS, weil ich hier den günstigsten Preis gefunden hatte. Allerdings war das Angebot ohne Frühstück, welches ich im Hotel extra bezahlen musste. Das Frühstück war aber für den deutschen Gaumen eine herbe Enttäuschung, so dass man sich dieses „Vergnügen“ eigentlich sparen kann. Es gab dort noch nicht einmal Wurst oder Käse am Morgen.

Absolute Hotel and Spa Limerick

Am ersten Erkundungstag, dem Samstag, blieb das Auto in der Tiefgarage geparkt und habe den Ort Limerick mit seinen Attraktionen erkundet. In einem gemächlichen Rundgang durch die Stadt ging es als erstes zum King John’s Castle. Dieses alte Schloss, direkt am Shannon River gelegen, kann von jedem zu einem Preis von 9 EUR besucht bzw. besichtigt werden. In kleinen Ausstellungen und audiovisuellen Vorführungen lernt mal alles über die Geschichte des Schlosses und wird anschließend in den Innenhof geleitet, wo man dann noch alles weiter besichtigen kann. Es sollte auch gewagt werden auf einen der Aussichtstürme zu gehen, von denen man einen schönen Blick auf die Stadt und Fluss hat.
Direkt beim King John’s Castle ist auch der Bishop’s Palace gelegen, welches früher die Residenz des Bischofs von Limerick war und heute einen Teil der Stadtverwaltung beherbergt und somit natürlich nur von außen besichtigt werden kann.
Anschließend ging es zur St. Mary’s Cathedral. Die Kirche ist das älteste Bauwerk der Stadt und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Als weitere Kathedrale gibt es in Limerick noch die St. John’s Cathedral, wo man vielleicht denkt, sie liegt sehr umscheinbar gelegen, aber wenn man diese betritt, merkt man schon den gewissen Prunk und alles ist wie „geleckt“. Zum Abschluss des Tages ging es noch einmal um den Shannon River herum über den schön angelegten Riverside Walk.

King Johns Castle Limerick

Sonntags ging es dann früh morgens nach Bunratty zum Bunratty Castle & Folk Park. Ich wollte schon direkt um 9 Uhr dort sein, wenn die Attraktion aufmacht, um den späteren Besuchermassen einigermaßen aus dem Weg zu gehen. Bunratty Castle & Folk Park ist ein sehr großes Gelände auf dem das Bunratty Castle beheimatet ist. Als Schloss sollte es aber nicht unbedingt bezeichnet werden, sondern eher als imposantes dreistöckiges Turmhaus mit vier Ecktürmen. Im Eintrittspreis zum Gelände ist selbstverständlich die Besichtigung von diesem voll mit drin. In einigen Räumen sind sehr schöne und alte Wandteppiche zusehen und für den Zugang zu manchen Räumen muss man schon sehr gelenkig und nicht gerade dick oder zu groß sein. Dies liegt daran, dass die Zugänge ziemlich niedrig und schmal gebaut wurden. Im Folk Park wurden historisch genau alte Bauernhäuser inklusive Einrichtung wieder aufgebaut bzw. nachgebaut. Der Park ist sehr gepflegt und man kann an manchen Ecken sogar wild brütende Hühner finden.

Auf dem Weg zu meinem Endziel des Tages – Galway habe ich noch einen kleine Abstecher nach Kinvara getätigt, um das Dunguaire Castle zu besichtigen. Das Schloss ist ein paar hundert Meter östlich vom Ort gelegen direkt am Kreuzungspunkt N67/R347 und der Irischen See. Gelegentlich werden mittelalterliche Bankette veranstaltet, an dem jeder gegen Bezahlung teilnehmen kann.
Gegen Mittag kam ich dann in Galway an. Damit der Geldbeutel nicht noch unter Parkgebühren leiden muss (auch an einem Sonntag), gebe ich den Tipp, direkt auf dem Parkplatz der St. Nicholas Cathedral zu parken. Hier ist nämlich nur am Sonntag das Parken umsonst. Auf keinen Fall den auch dort gelegenen großen Parkplatz benutzen, der ist auch am Sonntag kostenpflichtig. Einmal dort geparkt, kann auch schon der erste Besichtigungspunkt in Galway „abgehakt“ werden – die St. Nicholas Cathedral. Bei der Kathedrale handelt es sich um eine sehr imposante und wuchtige Erscheinung, welche aber erst in den 1960er Jahren gebaut und eröffnet wurde.
Von hier aus ging es dann zu Fuß weiter zum Eyre Square, welcher den John F. Kennedy Memorial Park umgibt. Es tummeln sich viele Einheimische als auch Touristen an diesem Platz, an dem auch eine Touristeninformation von Galway zu finden ist. Weiter ging es durch die Haupteinkaufsstrasse, welche eine Fußgängerzone ist, zum bedeutendsten Bauwerk in Galway, zur St. Nicholas Church. In dieser Kirche soll schon auf einer seiner Reisen Christoph Kolumbus ein Gebet verrichtet haben. Wer ausgezeichnete Fish & Chips essen will, der kommt in Galway nicht um Mc Donagh’s drum her um. Dieser Laden ist mehrfach als bester Fish & Chips in Irland ausgezeichnet worden. Dies kann man auch an den Menschenschlangen erkennen, dass es dort sehr gutes Essen gibt.

Bunratty Castle and Folk Park

Der Rock of Cashel im Ort Cashel gelegen sollte das erste Ziel des nächsten Ausflugstages werden. Auch an diesem berühmten Besichtigungspunkt ist eine frühzeitige Anreise zu empfehlen, weil ab ca. 11 Uhr eine Busladung nach der anderen „rangekarrt“ wird und somit es ziemlich von Menschen dann nur so wimmelt. Am Fuße des Berges gibt es einen geräumigen Parkplatz auf dem für 4 EUR ganztägig geparkt werden kann. Nachdem der steile Weg hoch hin auf bezwungen wurde, eröffnet sich für einen der uralte Sitz von Bischöfen und Krönungsstätte von Königen. Zum Besuchszeitpunkt erstreckten sich über die Anlage umfangreiche Restaurationsarbeiten, so dass z.B. die Cormac’s Chapel nicht besucht werden konnte. In einer audiovisuellen Vorführung, welche ca. 20 Minuten ging, kann der Besucher alles Wissenswertes über diesen Ort erfahren. Die Vorführungen werden zu unterschiedlichen Zeiten in verschiedenen Sprachen durchgeführt.
Auf Grund der Nähe von Cahir zu Cashel stand auf meinem Besuchsplan das Cahir Castle als Nächstes dran. Das Schloss, welches auf einer Insel im Fluß Suir liegt, umschließt drei Innenhöfe mit runden und eckigen Türmen. Am äußeren Bereich angegliedert ist ein Cottage aus dem 19. Jahrhundert in dem sich ein Buchladen und ein Raum für eine audiovisuelle Vorführung befindet. Anfänglich sah das Wetter beim Eintreffen noch ziemlich grau auf klarte aber im Laufe des Besuches so weit auf, das die Sonne schon ziemlich heruntergebrannt hat.

Jerpoint Abbey gehört auch zu den Top Tipps unter Irlandbesuchern und zählt zu der besterhaltenen Zisterzienserabtei aus dem 12. Jahrhundert. Bei der Anfahrt sollte darauf geachtet werden, dass sich die Zufahrt zu dem kleinem davorliegendem Parkplatz in einer Kurve befindet und erst sehr spät zu sehen ist. Prunkstück von Jerpoint Abbey ist der Kreuzgang mit seinen schönen Steinmetzarbeiten.

Zum Abschluss des Tages ging es dann noch weiter nach Kilkenny zum Besuch des Kilkenny Castle und der St. Canice’s Cathedral. Es sollte wenn möglich nicht direkt mit dem Auto zum Castle gefahren werden, sondern am besten schon weit vorher in einer Seitenstrasse umsonst parken und zum Schloss hingehen. Die Parkmöglichkeiten an der Strasse direkt beim Schloss sind sehr wenig und vorallendingen auch kostenpflichtig. Das Schloss ist sehr gut erhalten und an diesem ist ein wirklich großer und wunderschön gepflegter Park direkt angegliedert. Besichtigungen innerhalb sind selbstverständlich möglich, indem verschiedene Repräsentationsräume, Schlafgemächer und der Long Room mit den Portraits der ehemaligen Besitzerfamilie Butler zu sehen sind. Foto- und Videoaufnahme im Inneren sind leider nicht gestattet. Von hier aus muss nur die High Street in nördlicher Richtung bis zu deren Ende gegangen werden, um die St. Canice’s Cathedral zu erreichen. Dies ist die bedeutendste Kirche von Kilkenny und direkt an dieser ist ein 30m hoher Rundturm angesiedelt, welcher auch gebührenpflichtig bestiegen werden kann. Von dort oben gibt es dann einen kompletten Rundumblick über Kilkenny und die Umgebung. Allerdings habe ich mir dieses Martyrium des Aufstiegs gespart, auch deshalb weil immer nur eine begrenzte Anzahl an Personen hochgelassen wurde und die Warteschlange sehr lang war.

Jerpoint Abbey

Die Grabhügel von Newgrange und Knowth sind auch auf jeden Fall einen Besuch wert. Diese beiden Anlagen, bei dem es sich um fast 5000 Jahre alte Ganggräber handelt (also noch älter als die ägyptischen Pyramiden), können nur im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Der zentrale Anlaufpunkt hierfür ist das Brú na Bóinne Visitor Centre welches am besten über die M1 in nördlicher Richtung (bzw. aus Richtung Dublin) zu erreichen ist. Die Abfahrt 9 in Richtung Donore nehmen und dann den Schildern „Newgrange Visitor Centre“ folgen. Mein aktuelles Navigationssystem hatte das Besucherzentrum nicht drin und andere Besucher, die sich auf ihr Navi verlassen haben, wurden direkt zu den Grabhügeln gelotst, wo es aber dann keinen Zugang für Besucher gab. Am Besucherzentrum angekommen kann der Besucher sich nun entscheiden an welchen Führungen er teilnehmen möchte nur Newgrange, nur Knowth oder beide zusammen. 15 Minuten vor Beginn sollte man sich dann am zentralen Sammelpunkt einfinden, der über eine Brücke über den Fluss Bóinne zu erreichen ist. Von dort aus werden die Besucher mit kleinen Bussen zu den Grabstätten gefahren und anschließend vom Guide in Empfang genommen, um einiges über die Stätte zu erfahren und einen Rundgang zu machen. In Newgrange ist sogar das Betreten der Grabkammer in kleinen Gruppen unter Führung möglich. Hierfür sollte derjenige aber nicht als zu riesig und zu dick sein, die Gänge dort drin sind sehr schmal und teilweise niedrig.

Nicht weit entfernt, vielleicht 20 Minuten Fahrzeit, ist das nächste Highlight von Irland zu besuchen – Monasterboice. An diesem abgelegenen Klosterbezirk ist wohl das berühmteste irische Hochkreuz zu finden und zwar das Muiredach’s Cross. Als ich mit dem Wagen angekommen war sind mir auf dem kleinem PKW Parkplatz schon sehr viele Glassplitter von Autoscheiben aufgefallen. Auf einem Schild wird vor Autoeinbrüchen dringend gewarnt und hingewiesen, auf keinem Fall Wertgegenstände im Wagen zu belassen. Das war das allererste Mal, wo ich mein Auto vollständig ausgeräumt habe und alles mitgenommen habe. Ansonsten legte ich das Navigationssystem immer ins Handschuhfach.

Auf dem Rückweg nach Limerick ging es dann noch am letzten Punkt „Clonmacnoise“ vorbei. Clonmacnoise ist eine der bedeutendsten frühmittelalterlichen Klosteranlagen. Der Weg hierhin war für mich aber ein wahrer Albtraum. Mein Navigationssystem hat mich über Strecken und Wege geführt, wo bestimmt alle paar Tage mal einer herfährt und gerade so breit war für ein Auto. Es hätte mir also kein anderes Auto entgegenkommen dürfen, ein Ausweichen wäre unmöglich gewesen. Aber ich bin doch irgendwie angekommen, zwar nicht direkt am Eingang sondern an einer angegliederten Kirche mit Friedhof, über welche man das Gelände von Clonmacnoise betreten konnte. Dies war vielleicht von den Planern so nicht vorgesehen, die 6 EUR Eintrittsgebühren habe ich mir dadurch aber gespart. Auf Grund der Tatsache, dass es bei meinem Eintreffen schon nach 18 Uhr war, schoss ich nur schnell ein paar Fotos und schon ging es weiter zu meinem Hotel.

Monasterboice

Ein Muss für alle Irlandbesucher ist eine Fahrt über den Ring of Kerry. Hierbei handelt es sich um eine der schönsten Küstenstrassen (N70) rund um die Halbinsel Iveragh. Aus praktischen Gründen sollte der Fahrer die Rundfahrt in Killorglin beginnen. Dies liegt daran, dass auch alle Busse immer hier starten und somit gegen den Uhrzeigersinn die Strecke befahren. So hat man keine Probleme, das immer ausgewichen werden muss auf den teilweise sehr engen Strassen.
Zum Zeitpunkt meiner Reise war in Killorglin die sogenannte „Puck Fair“. Es handelt sich hier um eine Art Strassenfest, welches ich dann auch zu Beginn meiner Reise einmal besuchte. Die Verkehrssituation schien mir sehr chaosreich und es gab nur ausgewiesene kostenpflichtige Parkplätze mit einer Tagesgebühr von 8 EUR. Meiner Ansicht nach hat sich der Besuch nicht gelohnt, da es mir eher wie ein großer Trödelmarkt vorkam, als wie ein buntes Strassenfest. Also habe ich nach einer knappen Dreiviertelstunde mich auf den Weg über den Ring of Kerry gemacht.
Die Strasse braucht man nicht unbedingt schnell befahren, man möchte schließlich auch was von der wunderschönen Landschaft genießen. Auch die anderen Autos (meistens Touristen) fahren ebenfalls sehr gemütlich. An allen lohnens- uns sehenswerten Punkten gibt es am Rande der Strasse Parkbuchten, um sich die Landschaft anzusehen und die obligatorischen Fotos zu machen.
Ungefähr auf der Hälfte der Strecke bin ich in Waterville angekommen. Ein malerisch gelegener Küstenort an dem für mich erstmal Mittagessen angesagt war. Anschließend noch ein paar Fotos gemacht und auf ging es zur zweiten Hälfte.
Gute 20 Minuten später, ca. 8 km hinter Caherdaniel, sollte ein kleiner Abstecher nach links von der Strasse genommen werden und zwar zum Staigue Fort. Das Fort ist eines der bedeutendsten Ringforts Irlands. Normalerweise kann der Tourist davon ausgehen, so ein abgelegenes Ringfort kostenfrei zu sehen, da liegt der Besucher aber falsch. Der Besitzer, auf dessen Land das Fort steht, erhebt eine kleine Gebühr von gerade mal 1 EUR um sein Land zu betreten. So können sich Iren auch ein gutes Sümmchen ansparen. Das Fort hat einen Durchmesser von ungefähr 30 m und teilweise eine Wandstärke von 4 m.
Den Rest der Strecke führt die Strasse weiter direkt an der Irischen See gelegen bis zum Endpunkt in Kenmare. Von hier aus ging es dann für mich zurück nach Limerick.

Ring of Kerry

Zum obligatorischen Irlandbesuch gehört natürlich auch ein Besuch der Hauptstadt Dublin. Direkt am Donnerstag Morgen ging es von Limerick mit meinem Mietwagen in Richtung Dublin. Verlasst euch auch hier nicht immer blind auf das Navigationssystem, sondern schaut auch mal auf die Verkehrsschilder. Die Strecke nach Dublin ist gut ausgeschildert und die aktuellen Navi-Karten haben manche neugebaute Motorway-Teilstrecken noch gar nicht drin. Ich empfehle auf jeden Fall jedem Besucher von Dublin, der mit dem Wagen dorthin fährt, nicht mit diesem in die Stadt reinzufahren. Direkt am Kreuzungspunkt N7 / M50 ist ein riesiger P&R Parkplatz „Red Cow“. Einfach das Auto dort parken (Parkgebühren für 24 Stunden sind 4 EUR) und mit der Red Line der LUAS Strassenbahn ins Zentrum reinfahren. Diese Fahrt kostet auch 4 EUR (Hin- und Rückfahrt). Am besten bis zur Haltestelle „Abbey Street“, dann ist der Dublinbesucher schon fast mitten drin im Geschehen.

Über den Verkehrsknotenpunkt der O’Connell Bridge, welche sich über den Fluss Liffey erstreckt, erreicht man direkt das Zentrum. Ungefähr 200 m südlich von hier über die Westmoreland Street kommt man schon zu den ersten beiden Sehenswürdigkeiten. Auf der rechten Seite liegt das Gebäude des früheren Irischen Parlaments – dem Oberhaus, in dem heutzutage die Bank von Irland beheimatet ist und auf der gegenüberliegenden Seite ist der Haupteingang zum Trinity College. Dieses ist besuchenswert, vorallendingen das berühmte „Book of Kells“. Wenn über den Campus geschlendert wird in Richtung der Ausstellung und man angekommen ist, sticht einem schon die unheimlich lange Warteschlange am Eingang zum „Book of Kells“ ins Auge. Hiervon nicht beeindrucken lassen, sondern am besten, so wie ich es gemacht habe, am Nachmittag wieder vorbeikommen, dann gab es bei meinem Besuch keinen Menschen mehr der dort gewartet hat und die Ausstellung konnte sofort betreten werden. Im Anschluss der Ausstellung wird über eine Treppe hinauf der Long Room der Bibliothek erreicht. Der Raum ist sehr imposant und es werden verschiedene Kostbarkeiten des Bibliotheksbestandes ausgestellt. Leider ist hier sowohl auch in der Ausstellung das fotografieren und filmen strengstens verboten, worauf auch von den Sicherheitskräften sehr geachtet wird.
Vom College aus ging es dann weiter mit einem Abstecher über die Grafton Street (Haupteinkaufsstrasse und zugleich Fußgängerzone) zur St. Patrick’s Cathedral. Die Kathedrale wurde im 12. Jahrhundert erbaut zu Ehren des irischen Nationalheiligen, welcher bereits im 5. Jahrhundert an dieser Stelle die ersten Iren taufte. Von innen ist die Kirche sehr prunkvoll und zur Zeit meines Besuches wurde im Inneren in einem Bereich Renovierungen durchgeführt. Ebenfalls verwunderlich ist, dass diese Kirche neben einer weiteren wichtigen Kirche in Dublin rein protestantisch ist, in einem Land wo die Bevölkerung zu 95% katholisch ist.

Ca. 400 m in nördlicher Richtung auf der Patrick Street von hier, ist die zweite Kathedrale von Dublin zu erreichen, die Christ Church Cathedral. Diese habe ich nur von außen besichtigt und selbstverständlich ein paar Fotos gemacht, da zu meinem Besuchszeitpunkt eine Messe in der Kirche abgehalten wurde.
Das Dublin Castle ist nur ungefähr 200 m von der Christ Church Cathedral entfernt, direkt neben der City Hall von Dublin, welche sich übrigens auch in einem historischen Gebäude befindet. Im Innenhof waren zur Zeit verschiedene Skulpturen ausgestellt, welche aus Sand gefertigt wurden. Laut Beschreibung sollen diese die vier Elemente darstellen. Das Schloss kann nur innerhalb von Führungen zu bestimmten Zeitpunkten besichtigt werden. Als ich das Ticket für eine Führung gekauft habe, wurde ich einer Führung zugewiesen, welche erst gegen 14:30 Uhr beginnt. Somit habe ich erstmal das Schloss verlassen, um mich einem Mittagessen zuzuwenden. Ungefähr eine Viertelstunde vor Beginn bin ich dann wieder gestärkt zurückgekommen, um an der Führung teilzunehmen und die prunkvollen Staatsgemächer, welche noch zu Repräsentationszwecken genutzt werden, zu besichtigen.
Anschließend ging es am Ende des Tages mit der Strassenbahn zurück zum P&R Parkplatz und dann mit dem Auto zurück zum Hotel.

Trinity College

Das Ziel am Freitag war für mich Killarney. Kurz vor dem Zentrum gab es einen kleinen Abstecher zur St. Mary’s Cathedral. Direkt neben der Kirche befindet sich ein mittelgroßer Parkplatz auf dem ganz umsonst geparkt werden kann. Somit sind es nur wenige Schritte direkt in die Kirche, welche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. Auch an diesem Ort gab es für mich nur von außen und innen schnell ein paar Fotos zu machen, weil schon die Einheimischen in die Kirche strömten zum unmittelbaren Beginn einer Messe.

Anschließend ging es zu meinem Wagen unter weiter zum Killarney National Park. Um den Park zu betreten gibt es verschiedene Eingänge mit unterschiedlich groß angelegten Parkplätzen. Ich habe nicht den ersten „großen“ Eingang genommen, sondern den zweiten mit einem kleinerem Parkplatz. Der Besucher braucht nur die N71 in südlicher Richtung fahren und er kommt an den unterschiedlichen Eingängen vorbeigefahren und kann sich für irgendeinen entscheiden. Das ich den zweiten genommen habe liegt daran, dass dieser näher an Muckross Abbey liegt, den ersten Besichtigungspunkt den ich ansteuern wollte. An allen Eingängen stehen sogenannte „jaunting cars“, wobei es sich um einachsige Pferdekutschen handelt, mit dem sich die Besucher durch den Park kutschieren lassen können.
Bei Muckross Abbey handelt es sich um Ruinen einer alten Abtei aus dem 14. Jahrhundert. Diese ist inmitten eines Friedhofes umrahmt von vielen Bäumen gelegen. Im kleinen Innenhof der Abtei wächst ein wunderschöner Baum. Nicht weit entfernt, über gut ausgeschilderte Wege zu finden, liegt das Muckross House (ca. 2 km von der Abbey entfernt).
Das Haus, umgeben von einem wunderschönen Garten, kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden und beherbergt unter anderem ein Kunstgewerbemuseum. Innerhalb des Hauses ist das fotografieren nicht gestattet. Der Guide hat gesagt, es handelt sich schließlich nicht um ein Museum sondern um ein lebendiges, bewohntes Haus indem keine Fotografie gewollt ist.
Ungefähr 3 km vom Muckross House entfernt, über schöne Wanderwege und teilweise am Lough Leane entlang, ist der Torc Waterfall zu erreichen. Dies ist ein schönes Fleckchen Erde im National Park. Ein atemberaubender Wasserfall bei dem es viele versuchen noch dichter dranzukommen und auf die Felsen unterhalb des Wasserfalls im Wasser klettern.

Zum Abschluss des Besuchs im Killarney National Park ist noch ein Blick direkt auf diesen von weit oben zu empfehlen. Es gibt einen Aussichtspunkt – der Ladies’ View, welcher direkt auch an der N71 liegt. Dafür diese ca. 15 Minuten hochfahren und der Aussichtspunkt wird erreicht.

Muckross House

An meinem letzten Besuchstag in Irland, bevor es am nächsten Tag wieder zurück nach Deutschland ging, standen am Morgen dieses Tages die Cliffs of Moher auf meinem Programm. Die Cliffs (Klippen) erstrecken sich über eine Länge von 8 km an der atlantischen Küste des County Clare und sind über 200 m hoch. Sie zählen zu der Top-Attraktion in Irland. Als ich dort angekommen war, war das Wetter noch ziemlich diesig und es gab auch ein wenig Nieselregen. Die Steilküste kann natürlich umsonst besichtigt werden, aber wer mit dem Auto anreist muss dieses schließlich irgendwo parken und es gibt nur einen kostenpflichtigen Parkplatz (Parkgebühr: 8 EUR) – keine anderen kostenfreien Parkmöglichkeiten. Die Klippen machen schon einiges her und können auch von der See aus mit Schiffen besichtigt werden, allerdings muss man dazu in die passenden angrenzenden Orte fahren. Die Wege entlang der Cliffs sind seit 2007 befestigt, damit die Menschen nicht bis an den Rand der Klippen gehen können. Dieses haben viele Besucher früher gemacht, mit dem hohen Risiko auch abstürzen zu können.
Nach einer kleinen Stärkung ging es für mich dann weiter in die Burren. Bei den Burren handelt es sich um eine bizarre Kalksteinlandschaft mit zahlreichen Pflanzen und alten Monumenten. Ausgangspunkt sollte die Stadt Kilfenora mit dem Burren Centre sein. Direkt hinter diesem befindet sich die kleine Kilfenora Cathedral, die meiner Meinung nach aufgrund der Größe nicht Kathedrale heißen dürfte. Es handelt sich um eine kleine Kirche mit angegliedertem Friedhof, in der auch noch Messen abgehalten werden. Dies möchte man aber aufgrund der Bausubstanz gar nicht für wahrhaben.

Weiter ging es von Kilfenora Richtung Osten. Direkt an der Kreuzung der R476 und R480 kann man das Leamaneh Castle sehen, ein Turmhaus aus dem 15. Jahrhundert. Wer jetzt auf der R480 Richtung Norden weiterfährt, kommt nach einigen Kilometern zum Poulnabrone Dolmen. Auch dieser Punkt ist gut zu finden mit einem angeliedertem Parkplatz. Der Dolmen ist ein Megalithgrab, über 5000 Jahre alt und zählt zu den meistfotografierten Objekten in Irland. Das Umland ringsherum ist sehr zerklüftet und deswegen ist Vorsicht bei der Begehung zum Dolmen geboten.
Fährt man auf der Strasse weiter kommt man nach kurzer Zeit, rechts in eine Seitenstrasse einfahren, zur Aillwee Cave. Dies ist die einzige Höhle in der Gegend welche besucht und begangen werden kann. Am Eingangstor wird dann der sehr happige Eintrittspreis von 17 EUR fällig. Danach hat man die Möglichkeit direkt unten zu parken und dann den sehr steilen Weg zur Höhle zu Fuß zu gehen oder es wird direkt nach oben gefahren mit dem Risiko dort keinen Parkplatz zu bekommen. Wer unten parkt kann aber auch mit einer kostenlosen „Bimmelbahn“ nach oben gefahren werden, dies habe ich aber erst gewusst als ich schon oben war. Das Innere der Höhle ist schon sehr interessant und kann nur im Rahmen einer Führung besucht werden. Innerhalb meiner Führung waren unheimlich viele Kleinkinder mit dabei, welche ziemlich laut waren und den Guide auch sehr strapazierten. Als dieser dann auch mal das gesamte Licht abgeschaltet hatte, um die totale Dunkelheit zu präsentieren, hat es nicht lange gedauert bis die Kinder an zu weinen begonnen.

Cliffs of Moher

Am Sonntag habe ich mich dann auf den Rückweg gemacht. Mit dem Mietwagen ging es am späten Vormittag in Richtung Dubliner Flughafen zurück, dort erstmal bei der Mietwagenstation das Auto wieder abgeben. Es wundert mich schon sehr das man mir bei der Rückgabe alles für in Ordnung bestätigte, obwohl ich ganz genau wusste, dass ich diverse Kratzer und kleine Außenschäden verursacht hatte. Nichts desto trotz ging mein Flieger pünktlich um 17:40 Uhr Richtung Düsseldorf, wo ich im Regen gelandet bin. Anschließend mit der Bahn noch weiter nach Fröndenberg. Hier bin ich dann endlich um Mitternacht angekommen.

Als Fazit von mir kann gezogen werden, dass die Menschen sehr freundlich sind und immer zu einem Schwätzchen aufgelegt. Die Landschaft ist wirklich sehenswert und unheimlich schön, aber die Strassen sind größtenteils für den deutschen Autofahrer sehr gewöhnungsbedürftig. Dies liegt daran das diese in schlechtem Zustand sind und teilweise so eng und kurvenreich, so dass gerade einmal zwei PKW’s langsam nebenher passen.

FOTOALBEN:
- Limerick
- Bunratty / Galway
- Cashel / Kilkenny
- Grabhügel / Monasterboice
- Cliffs of Moher / Burren
- Ring of Kerry
- Killarney
- Dublin