2009: Wien

Dieses Jahr habe ich mich am 9. August erstmals mit der Bahn auf Reisen begeben und zwar nach Wien. Früh morgens bin ich hier in Fröndenberg am Bahnhof eingestiegen und mit zweimaligen Umsteigen, einmal in Kassel-Wilhelmshöhe und das andere mal in Würzburg, bin ich pünktlich gegen 17:30 Uhr in Wien am Westbahnhof angekommen. Es hat mich doch sehr überrascht, trotz vieler anderer Meinungen, dass ich alle Anschlusszüge bekommen habe und die ICE’s maximal 5 Minuten Verspätung hatten.
Vom Bahnhof aus habe ich mir dann ein Taxi genommen, welches mich zu meinem über Holiday Check gebuchten Hotel Roomz, im 11. Wiener Bezirk gefahren hat.

Das Hotel ist noch ziemlich neu und erst ein paar Jahre alt. Es liegt angrenzend in einem Industriegebiet, welches aber nicht sonderlich störend ist. Die rund 150 Zimmer sind auf vier Etagen verteilt. Alles erscheint sauber und gepflegt. Die öffentliche Verkehrsanbindung ist ausgezeichnet, in nur ca. 100m Entfernung befindet sich die U-Bahn Station „Gasometer“, von der man aus mit der Linie U3 in ca. 10 Minuten in der City (Stephansplatz) ist.

Hotel Roomz

An meinem ersten Tag habe ich direkt als erstes die Hofburg angesteuert. Dort angekommen besorgte ich mir dann ein Hofburg Ticket, um die Silberkammer, das Sisi Museum und die Kaiserappartements zu besichtigen. Selbst am frühen Morgen ist hier schon eine etwas längere Warteschlange anzutreffen, so dass man sich schon etwas Zeit mitbringen sollte.
In der Silberkammer werden verschiedene Stücke ausgestellt die mit der Tafelkultur der Habsburger Geschichte zu tun haben. Hat man sich durch diese Kammer „durchgearbeitet“ folgt anschließend das Sisi Museum, wo das Leben und Wirken der Kaiserin Elisabeth aufgezeigt wird. Für meinen Geschmack etwas zu kitschig, aber die nachfolgenden Kaiserappartements können nicht ohne den Besuch des Museums besichtigt werden. Ein Fotografieren der Appartements ist leider nicht gestattet, so dass ich hier keine Bilder in meinen Fotoalben einstellen kann.

Direkt gegenüber dem Eingang zu den Kaiserappartements liegt der Zugang zur Spanischen Hofreitschule, in der ich erst am Freitag einen geführten Rundgang mitgemacht habe. Während der Monate Juli und August finden allerdings keine Vorführungen statt, weil dann Sommerpause vorherrscht. Bei der Tour werden die Stallungen besichtigt inkl. natürlich der Pferde (streicheln oder berühren aber strengstens verboten), Sattelraum, Winterreitschule und die Sommerreitbahn. Der Eintrittspreis dafür in Höhe von 16,- EUR finde ich allerdings schon sehr happig. Die Tickets sollten allerdings frühzeitig besorgt werden, weil innerhalb der Woche nur drei Führungen pro Tag stattfinden und diese immer ziemlich schnell ausgebucht sind. Fotografieren oder Filmen ist auch hier leider verboten.

Wiener Hofburg

Was natürlich zu jedem Wien Besuch dazugehört ist der obligatorische Stephansdom. Ich empfehle diesen auf jeden Fall innerhalb der Woche zu besichtigen und nicht unbedingt im Zeitraum von Freitag bis Sonntag. Zum Wochenende ist dieser nämlich viel zu überlaufen, hier kommt dann eine Reisegruppe nach der Nächsten an. Im Inneren kann entweder ein Ticket gekauft werden inkl. Audioguide, um die ganze Kirche zu besichtigen, oder man macht es einfach wie ich und kauft kein Ticket und kann sich dann im linken Bereich der Kirche frei bewegen und trotzdem seine Fotos machen.
Um die Katakomben unterhalb der Kirche und des Stephansplatzes zu sehen muss allerdings eine geführte Tour mitgemacht werden. Die Tour beginnt im Inneren des Stephansdom und zeigt wie zu Zeiten der Pest die Menschen „verscharrt“ wurden bzw. einfach in ein Loch geworfen wurden, welches sich zur damaligen Zeit im Stephansplatz befand.
Wer noch einen schönen Rundumblick über Wien erleben will, der fährt mit dem kostenpflichtigen Lift (4,50 EUR) in den Nordturm des Doms.

Stephansdom

Direkt am Stephansdom angesiedelt sind die Fußgängerzonen in denen man allerlei Geschäfte, Restaurants und Cafes findet. Hierbei kann die Kärntner Strasse als Haupteinkaufsmeile angesehen werden, die vom Stephansplatz bis zur Staatsoper führt. Dann gibt es noch den Graben in der die Pestsäule und die Peterskirche zu finden sind. Bewegt man sich am Ende des Graben nach links in den Kohlmarkt (welcher wieder zum Michaelerplatz / Hofburg führt), dort findet der zahlungskräftige Gast alle möglichen Luxuslabels mit Geschäften angesiedelt.

In der Wochenmitte stand dann auf jeden Fall die Besichtigung von Schloß Schönbrunn an. Ich empfehle hier für jeden, der das Schloß von innen besichtigen möchte, so früh wie möglich da zu sein und sich die Eintrittskarten zu organisieren. Wer spät kommt oder denkt „ach die Warteschlange die gerade ca. 20m lang ist, ist zu lang“, den bestraft das Leben. Zu Beginn der Mittagszeit wird es immer voller und zu meiner Zeit war dann die Warteschlange, um Eintrittskarten zu bekommen, ca. 100m lang und die Wartezeit hat fast eine Stunde betragen, um ein Ticket zu erhalten. Wenn man anschließend stolzer Besitzer eines Tickets war, hieß das noch lange nicht das die Besichtigung sofort starten konnte, sondern ich musste dann fast noch mal eine Stunde warten, um überhaupt reingelassen zu werden. Also es sollte auf jeden Fall viel Zeit eingeplant werden, am besten einen ganzen Tag.
Die weitläufigen Parkanlagen von Schönbrunn sind auf jeden Fall sehenswert und sollten ausgiebig begangen werden. Bis hoch zur Gloriette auf dem Schönbrunner Berg habe ich mich begeben, welches eine Distanz von ca. 1km zum Schloß hat und auch eine satte Steigung.
Direkt am Park angegliedert ist auch der Tiergarten Schönbrunn, welchen ich dann noch im Anschluss so ab 15 Uhr noch einen kurzen Besuch abgestattet habe.

Schloss Schoenbrunn

Zu jedem Besuch sollte dann auch die Wiener Staatsoper zählen, in der z.B. alljährlich der Opernball stattfindet. Führungen werden in den Sommermonaten zu den dort angegebenen Zeiten durchgeführt und kosten 5,- EUR.
Direkt hinter der Staatsoper liegt das berühmte Hotel / Cafe Sacher, bei dem man es auf keinen Fall versäumen sollte, sich in Ruhe ein Stück original Sacher Torte zu genehmigen oder gleich eine ganze Torte vielleicht mit nach Hause zu nehmen. Es darf hier allerdings nicht selber Platz genommen werden, sondern es wird einem ein Platz zugeteilt.

Am Innenstadtring gelegen ist auch das österreichische Parlament anzutreffen, welches die Regierung von Österreich beheimatet. Das Parlament ist einer Art griechischem Tempel nachempfunden und auch sehr sehenswert. Es kann von Innen auch von Ausländern in einem geführten Rundgang besichtigt werden (Fotos sind ebenfalls zugelassen). Allerdings muss man eine Sicherheitsschleuse, ähnlich wie am Flughafen, passieren.
Geht man den Ring ca. 100m weiter, wird direkt auf der linken Seite auf das Rathaus getroffen und auf der gegenüberliegenden Strassenseite das Burgtheater. Auf dem Rathausplatz fand zu meiner Urlaubszeit ein Filmfestival stand. Angesiedelt waren dort ebenfalls eine Vielzahl von Restaurants, die Essen aus unterschiedlichen Ländern anboten.

Oesterreichisches Parlament

Der Prater, Wiens größter Vergnügungspark, mit dem Wahrzeichen des Riesenrads wurde von mir ebenfalls obligatorisch besucht. Allerdings war an dem Donnerstag meines Besuchs das Wetter ziemlich wechselhaft. Als ich aus der U-Bahn Station „Praterstern“ hinausgegangen bin, hat es geregnet. Kaum aufgehört und in Richtung Prater gegangen, hat es wieder direkt vor dem Eingangsportal angefangen zu schütten und so ging dies eine Weile immer wieder im Wechsel. Sehenswert ist auf jeden Fall das Wiener Riesenrad, mit dem eine Runde über den Dächern von Wien gedreht werden sollte. Eine Fahrt kostet 8,50 EUR, was ich noch angesichts dieser Spitzenattraktion als angemessen finde. Aus den Gondeln heraus hat man einen super Ausblick und kann auch schöne Fotos von Wien „schießen“. Die Wolkendecke am Himmel ist während meiner Fahrt aufgerissen und die Sonne hat dann sogar geschienen.

Prater Riesenrad

Im Pratergelände ist mir dann auch noch zufällig beim Durchgehen ein indisches Filmteam aufgefallen, die dort eine Szene für einen der so genannten „Bollywood“ Filme aufgenommen haben. Auf dieses Filmteam bin ich dann komischerweise am Folgetag nochmals bei der Hofburg darauf gestoßen. Die Zuschauer konnten hier wirklich nah dran ans Geschehen und es hat sich bei Superwetter förmlich eine „Menschentraube“ darum gebildet.

Bollywood

Sehenswert ist auch der Prunksaal der Nationalbibliothek, welche sich auch in einem Gebäudeteil der Hofburg befindet. In dem Prunksaal kann eine der ältesten, historischen, barocken Bibliotheken aus dem 18. Jahrhundert bestaunt und fotografiert werden.

Es sollte auch noch ein Abstecher zum Belvedere gemacht werden. Hierbei handelt es sich um zwei Schlösser, einmal das obere Belvedere und das Andere ist das untere Belvedere. In beiden sind Kunstausstellungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart beherbergt und für mich nicht gerade sehenswert, außer der Besucher interessiert sich für Kunst.

Was mir abschließend in Wien aufgefallen ist, ist das unheimlich viel gebaut und renoviert wird. Fast an jeder Ecke, U-Bahn Station oder historischem Gebäude wird gearbeitet oder Gerüste aufgebaut.
Des weiteren bin ich ja noch gar nicht auf die bei Touristen so beliebten Fiaker Fahrten eingegangen. Als Einzelperson würde ich dies nie in Anspruch nehmen, aufgrund der doch sehr hohen Preise. Eine Fiakerfahrt rechnet sich erst mit mehreren Personen, da z.B. eine ca. 60 Minuten Tour weit über 60,- EUR kostet und eine kürzere Tour aus meiner Sicht keinen Sinn macht.

Am Sonntag den 16. August habe ich mich dann in den frühen Morgenstunden zurück per Bahn auf den Weg nach Fröndenberg gemacht. Dort bin ich auch wieder ohne große Verspätungen oder Verpassen von Anschlusszügen gegen 16:30 Uhr wohlbehaltend angekommen.

FOTOALBEN:
- 1. Bezirk
- Hofburg
- Stephansdom
- Staatsoper
- Schloss Schönbrunn
- Tierpark Schönbrunn
- Karlskirche
- Prunksaal Nationalbibliothek