2005: St. Julians

Ende März 2005 hatte ich mich endlich dazu durchgerungen diesmal einen Pauschalurlaub auf Malta zu buchen. Diesen habe ich nach ausführlicher Internetrecherche bei TUI gebucht, die für mich das beste Preis- / Leistungsverhältnis hatten.
Am 22. August ging es dann morgens in der Frühe mit der Bahn zum Flughafen Düsseldorf. Der Transfer mit der Bahn zum und vom Flughafen war im Preis bei TUI mitdrin. Der Flug mit Condor dauerte ca. 2 Stunden 30 Minuten, fast eine halbe Stunde kürzer als sonst angekündigt.

Als ich auf dem relativ kleinem Flughafen in Malta angekommen war, empfing mich schon die TUI Reiseleiterin und der Fahrer der mich zum Hotel fahren wird.
Für den Urlaub habe ich mir mal etwas gegönnt und das Hilton Malta in St. Julians (San Giljan) gebucht. Nachträglich kann ich dieses Hotel absolut empfehlen. Spitzen Service, grosse und ruhige Zimmer mit Ausblick auf das Mittelmeer und sehr schöne Außenanlage mit Pool.

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Um sich auf Malta fortzubewegen benötigt man keinen Mietwagen oder ähnliches. Das Transportmittel Nummer 1, welches man auf Malta nutzt, ist der Bus. Busstationen gibt es überall, so dass man nicht erst hunderte von Metern gehen muss um eine zu erreichen. Allerdings sollte man zwei Dinge beachten: die Autos auf Malta fahren links und fast alle Busverbindungen laufen über die Hauptstadt Valetta. Fahrpläne mit festen Zeiten wie in Deutschland gibt es dort nicht. Wenn man in einen Bus einsteigen möchte, begiebt man sich an eine Haltestelle, wartet auf die entsprechende Buslinie und gibt dann ein Handzeichen, so dass der Busfahrer anhalten soll.
Eine Auflistung aller Busverbindungen findet man auch auf der Seite der maltesischen Transportbehörde.

Die meiste touristische Anlaufstelle ist die Hauptstadt Valetta. Man sollte für den Besuch einen Tag des Urlaubs schon einplanen aufgrund der vielen Sehenswürdigkeiten. Der Rundgang beginnt auf dem Vorplatz zur Stadt, wo sich auch der zentrale Bus Terminal befindet.
Durch das City Gate betritt man die Stadt und befindet sich sofort auf der Republic Street, der zentralen Einkaufsstrasse von Valetta. Diese Strasse führt vom City Gate geradeaus durch die ganze Stadt bis runter zum Meer bei Fort St. Elmo.

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Um einen Überblick über die maltesische Geschichte von der Steinzeit bis zur Gegenwart zu erhalten, ist ein Besuch der Malta Experience zu empfehlen. Hier wird diese in einer audiovisuellen Vorführung in 12 verschiedenen Sprachen präsentiert.
Der Besuch der St. John’s Co-Cathedral sollte auch auf keinem Besuchsplan fehlen. Diese kann bis auf Sonntags immer zu bestimmten Zeiten besichtigt werden. Es wird aber streng darauf geachtet ohne Blitzlicht zu fotografieren. Macht man es totzdem fliegt man sofort raus.

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Des weiteren sollte man auch auf gar keinen Fall einen Besuch der beiden Gärten Lower Barracca Garden und Upper Barracca Garden versäumen. Von diesen Gärten, die auch eine Erholungsoase innerhalb der Stadt sind, hat man einen traumhaften Ausblick auf den Grand Harbour (das Hafengebiet zwischen Valetta und den “Three Cities”). Den besten Ausblick genießt man vom Upper Barracca Garden, weil dieser höher gelegen ist.
Den Regierungssitz des maltesischen Parlaments kann ebenfalls besucht werden. Dieser ist im Grand Master’s Palace zu finden. Dieser kann bis auf Donnerstags und wichtigen Staatsbesuchen an bestimmten Zeiten besichtigt werden.
Fort St. Elmo, welches in früheren Zeiten zur Verteidigung der Stadt und des Grand Harbours gedient hat, kann nur noch an bestimmten ausgehängten Tagen des Jahres besichtigt werden. In diesem Fort ist die zentrale Polizei Akademie beheimatet.
Wichtige und seltene Exponate der matesischen Kultur und Geschichte findet man im National Museum of Archaelogy. Allerdings war mein Eindruck für so ein Museum, dass viel zu wenige Ausstellungsstücke vorhanden sind. Ein Besuch dauert vielleicht maximal eine Stunde.

Benötigt man einmal etwas Ruhe und Beschaulichkeit und möchte vielleicht noch in der Zeit um fast 30 Jahre zurückversetzt werden, dann ist ein Besuch der Stadt Marsaxlokk anzuraten. Diese Stadt ist berühmt für ihren ruhig gelegenen Hafen mit unheimlich viel Fischerbooten den sogenannten Luzzi’s.
Auf den Marktständen rund um den Hafen findet man kaum noch typische maltesische Marktwaren. Die Händler haben sich auf die Touristen eingestellt und verramschen alle möglichen “Touristendinge”.

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Von den in der Literatur bezeichneten “Three Cities” habe ich Birgu (Vittoriosa) an einem etwas trüberen Tag besucht.
Hat man etwas übrig über Foltermethoden aus der Inquisitorenzeit zu erfahren ist der Inquisitor’s Palace nahezulegen, in dem es darüber eine Ausstellung gibt. Fotos können aber dort nicht gemacht werden, da dieses nicht gestattet ist.
Ist das Interesse an Gegenständen aus der maltesischen Seefahrtsgeschicht geweckt kann man das Maritime Museum besuchen. Dieses war aber zu meiner Zeit wegen Renovierung geschlossen.

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Bei einem Besuch der Insel Malta darf man nicht den Besuch der berühmten Tempelanlage von Tarxien, die Hagar Qim Tempel, Mnajdra Tempel, Ghar Dalam und das Hypogäum von Hal Saflieni verpassen. Nähere Informationen über diese Anlagen kann man auf der Seite des Heritage Malta erfahren.
Absolut zu empfehlen ist der Besuch des Hypogäum von Hal Saflieni. Diese unterirdischen Höhlen gehören zum UNESCO Weltkulturerbe und können pro Tag nur von maximal 80 Personen besucht werden. Es gibt acht Führungen pro Tag mit maximal zehn Personen. Eine Reservierung ist vorher unbedingt zu empfehlen aufgrund der langen Wartezeiten. Reservierungen können unter der Shopseite von Heritage Malta vorgenommen werden.

In Mosta kann eine der größten Kuppelkirchen Europas besucht werden. Hierbei handelt es sich um die Rotunda Santa Marija Assunta. Die Kuppel hat einen Durchmesser von fast 52 m. Auch hier sollte man sich wie in allen anderen Kirchen auf Malta angemessen kleiden.
Ist einem der Sinn nach Prunk und Erholung ist man im Palazzo Parisio in Naxxar gut aufgehoben. Dieser frühere Adelssitz ist mit einem wunderschönen Garten und antiken Zimmern ausgestattet.

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Bei Attard findet man die San Anton Gardens. Hier kann man nach einem stressigen Tag einmal die Seele baumeln lassen und die vielen exotischen Bäume und Pflanzen geniessen.
Übrigens als ich mit dem Bus mich auf dem Weg dorthin befunden habe, ist doch direkt vor den Gärten dem Bus ein Auto in die linke Seite reingerauscht. Bei dem Unfall gab es nur großen Blechschaden beim PKW, es wurde glücklicherweise keiner verletzt. Diesen Unfall hat man mit südeuropäischer Gelassenheit geregelt und die Buspassagiere in den nächsten vorbeifahrenden Linienbus mitgenommen.

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Auf keinen Fall sollte man sich die ruhige Stadt Mdina entgehen lassen. Ruhig heißt hier, dass in der Stadt so gut wie keine Autos fahren dürfen und somit die Stadt allein den Fußgängern gehört. Mdina war im Mittelalter die Hauptstadt von Malta.
Um einen Überblick über die Geschichte Mdina’s zu erhalten, empfehle ich die ca. 30 minütige audiovisuelle Show Mdina Experience. Ist bei Besuchern ein Interesse für die brutale Seite Maltas mit Darstellungen von mittelalterlichen Foltermethoden vorhanden, so sollten die Mdina Dungeons besucht werden. Zu finden sind diese direkt nach dem Stadtportal auf der rechten Seite.
Beeindruckend ist auch die im 17. Jahrhundert erbaute St. Paul’s Cathedral. Diese Kathedrale überragt die Stadt und ist schon von weitem sichtbar. Fotoaufnahmen vom Inneren sind leider nicht gestattet, aber ich habe trotzdem heimlich ein paar machen können.
Enttäuscht hat mich der Besuch im Natural History Museum, welches im Palazzo Vilhena angesiedelt ist. Von außen sieht das Gebäude sehr schön aus aber innen sind die Räume ziemlich “kalt” ausgestattet.

Innerhalb von Rabat sind eigentlich nur zwei Sehenswürdigkeiten besuchenswert. Zum einen die St. Paul’s Catacomb’s und zum anderen die St. Agatha’s Catacomb’s. Bei den St. Paul’s Catacomb’s handelt es sich um einen unterirdischen römischen Friedhof. Die St. Agatha’s Catacomb’s sind bemerkenswert für ihre aus dem 12. Jahrhundert stammenden Fresken. Bei beiden Stationen sollte man aber nicht allzu groß sein, so wie ich, weil die Gänge ziemlich schmal und niedrig sind.

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Von Rabat aus habe ich mich Richtung Süden zu Fuß auf den Weg zu verschiedenen Attraktionen gemacht. Den Weg zu Fuß habe ich dewegen gewählt, weil von Rabat aus Richtung Süden nur eine einzige Buslinie alle Stunde fährt.
Das erste Ziel war der Verdala Palace, der auch oben zu sehen ist. In diesem Palast, der für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, residiert in den Sommermonaten der Staatspräsident von Malta. Weiter ging es zu den Buskett Gardens, die etwas tiefer zum Verdala Palace gelegen sind. In diesem Wald ist die Mittelmeerkiefer bewaldet und liegen auch viele Weinberge, Orangen-, Zitronen- und Olivenwaldungen.
Anschließend ging es Richtung Küste zu den Dingli Cliffs. Diese Cliffs bilden die imposante südliche Steilküste Maltas. An manchen Stellen fällt die Küstenlinie fast 250 Meter Richtung Meer ab. Wichtig ist, wenn man so eine Fußtour macht, unheimlich viel zu trinken und eine Mütze oder Hut zu tragen. Die Sonne ist nämlich bei ca. 30°C im Schatten ziemlich unbarmherzig und Schatten gab es bei der Tour kaum zu finden.

Malta ist eine Felseninsel und hat deswegen kaum Sandstrände. Die große Ausnahme ist die bei Mellieha gelegene Mellieha Bay, an der man einen der seltenen Sandstrände antreffen kann.
Sollte man Interesse an einer echten Filmkulisse besitzen, kann man das ca. 2 km entfernte Popeye Village besuchen, indem in den siebziger Jahren der Film Popeye gedreht wurde.
Über Mellieha trohnt weit sichtbar auch noch die 1948 fertiggestellte St. Marija Church.

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Nach zwei Wochen ging am 05. September mein sonniger Urlaub leider zu Ende. Ich wurde um kurz nach 5 Uhr morgens von einem Fahrer der TUI am Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht, an dem mein Abflug nach Deutschland um 7:35 Uhr anstand. Eine knappe halbe Stunde vor der geplanten Zeit setzte der Flieger in Düsseldorf zur Landung an, so dass ich nach der anstehenden Bahnfahrt um 12:30 Uhr zurück in Fröndenberg war.

FOTOALBEN:
- Valetta
- Mosta / Naxxar
- Mdina
- Rabat & Umgebung
- Melieha Area
- Marsaxlokk
- Tempelanlagen